2011/10/24

Innovatives Produkt der SGB-SMIT Gruppe:

Elektronisch geregelter Transformator macht Verteilnetze fit für die Energiewende

  • Wichtiger Beitrag zur sicheren Stromversorgung in der Zukunft
  • Regenerative Energie kann besser ins Netz eingespeist werden
  • Nachhaltige, ressourcenschonende und kostengünstige Lösung

Regensburg/Wesel, 06. Dezember 2011. Die von der Politik beschlossenen Energiewende stellt die Stromnetzbetreiber vor enorme Herausforderungen. Mit der Abschaltung von Atomkraftwerken und dem Ausbau regenerativer Energien werden intelligente Verteilnetze gebraucht, die flexibel auf die schwankende und dezentrale Stromeinspeisung reagieren können. Ein Herzstück dieser Netze der Zukunft werden regelbare Transformatoren sein. Die SGB-SMIT Gruppe, Regensburg, hat gemeinsam mit ihrem Partnerunternehmen, der ct.e Controltechnology Engineering GmbH, Herne, einen elektronisch geregelten Ortsnetztransformator entwickelt, der die Netzstabilität optimal gewährleistet. Überdies lassen sich die Netze mit der Neuentwicklung besonders kostengünstig und ressourcenschonend nachrüsten. 

Während andere Hersteller derzeit regelbare Ortsnetztransformatoren mit herkömmlichen Stufenschaltern entwickeln, wird die neue Trafo-Generation von SGB-SMIT elektronisch geregelt. Dies bringt Vorteile hinsichtlich eines zukünftig erforderlichen Aufbaues intelligenter Verteilnetze, zum Beispiel beim Monitoring von Netzstrukturen mit einer Vielzahl von Trafostationen. Hinzu kommen ein wartungsfreier Betrieb und erhebliche Größenvorteile: Regelbare Transformatoren mit Stufenschalter sind meist größer und passen nicht in herkömmliche Trafo-Stationen. Dagegen lassen sich die elektronisch geregelten Trafos problemlos in den üblichen Stationen unterbringen. Die neue Produktgruppe schont somit Ressourcen, und dies gleich in mehrfacher Hinsicht: Netzbetreiber favorisieren derzeit die Option, zusätzliche Verteiltrafos ins Netz zu integrieren, um die  erforderliche Stabilität der Spannung beim Stromkunden sicherzustellen. Setzen sie stattdessen elektronisch regelbare Trafos ein, können sie auf den Bau zusätzlicher Trafo-Stationen verzichten und sparen so auch erhebliche Mengen an neuen Netzkabeln ein. 

Das Herzstück des elektronisch regelbaren Transformators, die Regeleinheit, stammt vom SGB-SMITPartner, der ct.e GmbH in Herne. Die Entwicklung unter Federführung von Prof. Günter Schulz startete im Jahr 2003. Damals, lange vor dem Beschluss über den Atomausstieg durch Rot-Grün und später Schwarz-Gelb, war bereits abzusehen, dass regenerative Energien eine immer wichtigere Rolle im Energiemix Deutschlands spielen werden. Zunächst wurde eine Arbeitsgemeinschaft gegründet. Neben ct.e gehörten ihr die Rhein-Ruhr Verteilnetz GmbH in Wesel, die Sächsisch-Bayerische Starkstrom-Gerätebau GmbH in Neumark (eine Tochter der SGB-SMIT Gruppe), die Technische Universität Dortmund und die Technische Fachhochschule Bochum an. Im Rahmen von zwei Forschungs- und Entwicklungsprojekten, die vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert und der Europäischen Union kofinanziert wurden, entstanden zwei Funktionsmuster, eines für die 20kV- und ein weiteres für die 10kV-Mittelspannungsebene. Im Anschluss daran hat ct.e einen kompakten 10kVTraforegler-Prototypen realisiert. 

Probebetrieb seit Januar 2010
Bereits 2006 konnte die Funktion des luftisolierten 20-kV-Trafos unter Netzbedingungen in der Station Winterspelt (Eifel) erprobt werden. Im Jahr 2008 wurde die Funktion der kompakten ölisolierten 10-kVLösung unter realen Bedingungen nachgewiesen. Der 10kV-Prototyp wurde in der Station Vissel (Niederrhein) in Betrieb genommen und läuft seit Januar 2010 störungsfrei. 2011 erfolgte die Inbetriebnahme der ersten Kleinserie (10 kV) in fünf Ortsnetzstationen in den RWE-Regionalzentren Niederrhein, Osnabrück, Münster, Sieg und Neuss. Die Entwicklung einer 20-kV-Lösung soll im Jahr 2012 abgeschlossen sein. Zugleich wird ein erster Prototyp den Probebetrieb aufnehmen. 

„Der bisherige Einsatz des elektronisch regelbaren Trafos von SGB-SMIT ist sehr viel versprechend“, sagte Thomas Christ, der bei der Rhein-Ruhr Verteilnetz GmbH für die regionale Netzentwicklung zuständig ist. „Die Transformatoren arbeiten bereits im Probebetrieb weitgehend störungsfrei und erfüllen alle betrieblichen Anforderungen, die wir als regionaler Verteilnetzbetreiber an einen regelbaren Ortsnetztrafo haben.“ Nach Christs Worten könnte die neue Technologie langfristig in 5 bis 10 Prozent der Netzstationen im Netzgebiet der Rhein-Ruhr Verteilnetz GmbH zum Einsatz kommen.
„Für eine kostengünstige Lösung sehe ich in unseren Netzen ein Potenzial von bis zu 3.000 regelbaren Transformatoren“, sagte Christ. 

Bedarf: Bis zu 75.000 regelbare Trafos 
Bundesweit ist der Bedarf noch viel größer. Im deutschen Stromnetz sind derzeit rund 750.000 Verteiltrafos eingesetzt. Experten gehen davon aus, dass zukünftig bis zu 10 Prozent aller Netztransformatoren regelbar sein werden. Das bedeutet, dass in den kommenden Jahren ein Bedarf von bis zu 75.000 regelbaren Transformatoren entsteht. 

„Bei diesem enormen Bedarf kam es uns besonders darauf an, eine ressourcenschonende, kostengünstige und wartungsfreie Lösung auf den Markt zu bringen“, sagt Harald Mayrhofer, Mitglied der Geschäftsleitung der SGB-SMIT Gruppe. „Dies ist uns mit unserem Partner ct.e offenbar gelungen, wie die ersten Pilotversuche gemeinsam mit der Rhein-Ruhr Verteilnetz GmbH zeigen.“ Mit dem elektronisch regelbaren Ortsnetztransformator leiste die SGB-SMIT Gruppe einen wichtigen Beitrag zur Stabilität der Netze und sorge für eine einfachere Anbindung von dezentral erzeugter regenerativer Energie. Mayrhofer verwies darauf, dass die innovative Trafo-Serie im sächsischen Neumark gebaut wird. „Mit intelligenter Technik Made in Germany unterstützen wir die Energiewende und leisten einen Beitrag zur sicheren Stromversorgung in der Zukunft“, betonte er. 

Über die SGB-SMIT Gruppe
Die SGB-SMIT Gruppe ist weltweit einer der führenden Hersteller von Leistungstransformatoren. Die Produkte werden überall dort benötigt, wo elektrische Energie erzeugt, transportiert oder eingesetzt wird: etwa in Kraftwerken, Windparks, Solarstromanlagen, Stromnetzen, Industrieunternehmen und Transportmitteln wie Bahnen oder Schiffe. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Regensburg produziert in fünf Werken in vier Ländern: Regensburg, Neumark, Nijmegen (Niederlande), Nilai (Malaysia) und Golden (USA). Die 1.300 Mitarbeiter erwirtschafteten im Jahr 2010 einen Jahresumsatz von 580 Mio. Euro. Die Produktpalette reicht von Großtransformatoren, Mittelleistungstransformatoren, kleinen Leistungstransformatoren, Ölverteiltransformatoren und Gießharztransformatoren über regelbare Kompensationsdrosseln und Phasenschieber bis hin zu Lahmeyer-Compactstationen®. Die SGB-SMIT-Gruppe vertreibt ihre Produkte über Vertriebsniederlassungen und -agenten in 42 Ländern. Das Unternehmen hat Kunden in mehr als 50 Ländern. 

www.sgb-smit.com

Über die ct.e GmbH 
Der Entwicklungspartner der SGB-SMIT Gruppe, die ct.e GmbH, ist ein KMU (kleines/mittleres Unternehmen), welches technische Problemstellungen der elektrischen Steuerungs- und Regelungstechnik sowie der Prozessautomatisierung innovativ und individuell löst. Seit 1998 berät die ct.eControltechnology Engineering GmbH Energieversorger, die Rohstoffindustrie und den Industrieanlagenbau. Sie führt Forschungs- und Entwicklungsvorhaben in der Automatisierung, Energie- und Informationstechnik durch. In den drei Geschäftsbereichen Steuerungstechnik, Regelungstechnik und Energietechnik bietet die ct.e projektspezifische Ingenieurdienstleistungen sowie elektronische Hard- und Softwareentwicklungen an. 

www.cte-ingenieure.de

Hinweis an die Redaktion: 
Gerne stellen wir Ihnen Bildmaterial des regelbaren Ortsnetztransformators zur Verfügung.

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Ralf Geißler
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Lachnerstraße 32 
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01-2012, deutsch