11.03.2022

Trafo-Profis an Bord: SGB-USA repariert Transformator auf Kreuzfahrtschiff

Fast 300 Meter lang und mit Platz für mehr als 3.000 Passagiere: Das Kreuzfahrtschiff, auf das die Service-Crew von SGB-USA/OTC Service im September 2021 gerufen wurde, ist allein von den Zahlen her beeindruckend. Doch weil ein 6,6-MVA-Transformator, der eines von zwei Antriebssystemen mit Strom versorgt, durch eindringendes Salzwasser beschädigt wurde, konnte das stolze Schiff mit nur einem funktionierenden Antriebssystem nicht zu Transatlantikkreuzfahrten aufbrechen. Nach einer ersten Inspektion wurde schnell klar, dass eine der Phasen einen niedrigen Isolationswert aufwies. Zunächst schien es am sinnvollsten, die Spulen auszutauschen - allerdings stand Mitte November eine Transatlantikkreuzfahrt an, und die Vorlaufzeit für einen neuen Austausch betrug 24 Wochen! Nun lag es an den Kollegen aus Tallmadge, Ohio, das beschädigte Antriebssystem wieder in Gang zu bringen und die Abfahrt zur Atlantiküberquerung zu ermöglichen.

Nach einer ersten Inspektion war schnell klar, dass eine der Phasen einen niedrigen Isolationswert aufwies. Zunächst erschien es am sinnvollsten, die Spulen auszutauschen – aber die Vorlaufzeit für neue Ersatzspulen war zu lang, um sie vor der anstehenden Transatlantikfahrt wechseln zu können. So wurde SGB-USA/OTC Services beauftragt, die Demontage des Transformators zu überwachen und beratend zu begleiten. Ebenfalls unter Federführung unseres nordamerikanischen Gruppenmitglieds sollten die defekten Spulen verpackt und zum Unternehmenssitz in Tallmadge (Ohio) transportiert werden. Dort würde die fachmännische Reparatur erfolgen, und nach Rückversand war es wiederum Aufgabe von SGB-USA, den erneuten Zusammenbau und die Prüfung des Transformators sowie seiner Spulen zu überwachen. Der Zeitplan für all dies war eng gesteckt – aber das Team von SGB-USA sorgte dafür, dass das Kreuzfahrtschiff wie geplant auf große Fahrt gehen konnte… Die Vorgehensweise in der Übersicht:

16. – 23. September: Demontage und Versand

An Bord werden mehrere Funktionstests durchgeführt, die eine teilweise Korrosion durch Salzwasser bestätigen. Auf Wunsch des Kunden wird nicht nur die defekte Spule, sondern sicherheitshalber auch eine weitere Spule ausgebaut. Der Transformator wird zerlegt, wobei das obere Joch des Kerns entfernt und die beiden Spulen von den Kernbeinen abgenommen werden.  Die Niederspannungsspulen werden von den Hochspannungsspulen getrennt und für den Versand an das SGB-USA-Werk in Tallmadge, OH, verpackt, während die Hochspannungsspulen verpackt und sicher gelagert werden.

7. – 22. Oktober: Spulenreparatur in Tallmadge, Ohio

Nach der Ankunft in Tallmadge werden die Spulen gereinigt und über das Wochenende in einem Ofen getrocknet. Die Spulen werden getestet, und eine gewisse Verbesserung des Widerstands festgestellt.  Der Trocknungsprozess wird über Nacht wiederholt, und die anschließenden Tests zeigen, dass die Spulen innerhalb der Auslegungstoleranz liegen. Die durch den Transport entstandenen physischen Schäden an der äußeren Umhüllung der Spulen und der Isolierung einiger Leitungen werden repariert.  Der Trocknungsprozess wird für eine letzte Testrunde wiederholt, dann die Spulen mit einem lufttrocknenden Lack besprüht. Anschließend werden die reparierten Spulen in Kisten verpackt und zum Schiff zurückgebracht.

28. Oktober bis 8. November: Zusammenbau und Wiederinbetriebsetzung

Der 6,6-MVA-Transformator wird wieder zusammengebaut, wobei die reparierten Spulen auf den Kern und das obere Joch des Kerns auf die Kernbeine gestapelt, die Rahmen installiert und die Endmontage abgeschlossen werden. Zwei Tage lang wird der Transformator getestet, bevor er wieder in Betrieb genommen wird. Dies geschieht in mehreren Stufen: Ein erster Test beginnt mit einem 30 Sekunden dauernden Betrieb bei 30 %. Im Laufe von zwei Tagen wird die Last erhöht, bis der letzte Test die Höchstgeschwindigkeit bei 100 % Last für 5 Stunden und 18,5 Knoten zeigt: Der Transformator ist wieder voll einsatzfähig.

Fazit: Reparatur schneller als Tausch

Auch für das Gruppenmitglied SGB-USA ist die Reparatur eines Schiffstransformators keine alltägliche Aufgabe. Unsere nordamerikanischen Kollegen haben ihre Stärke im Service unter Beweis gestellt und bewiesen, dass eine Reparatur nicht nur sinnvoller, sondern auch schneller als ein Austausch sein kann - sie haben den gesamten Reparaturprozess in 7 Wochen abgeschlossen, während für einen neuen Austausch 24 Wochen benötigt würden! Eine großartige Leistung - und eine Inspiration für die gesamte SGB-SMIT-Gruppe!

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